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Inhalte des Projektes

Das Projekt besteht aus 4 Teilen:

  • Erhaltung bemerkenswerter Bäume
  • Unterstützung regionaler Projekte zu Natur und Kultur
  • Baumführer
  • geführte Wanderungen

Erhaltung bemerkenswerter Bäume

Buche

Baumpatenschaften

In der Surselva verstreut und teilweise gruppiert wachsen monumentale Bäume, Greise, knorrige Gestalten, Relikte früherer Verbreitungsareale, Bäume mit besonderen Kronen- und Wuchsformen, sehr hohe Bäume, Bäume mit breiten Kronen, höchstgelegene Bäume usw.

Die einzelnen Bäume können über eine Patenschaft zum Preis von Fr. 5‘000.- personbezogen lebenslänglich oder bis auf Abruf „gemietet“ werden. Die Patenschafts-Beiträge gelangen in den Regionalfonds der Surselva

Arve mit Zwiesel

Als kleinen Gegenwert erhält der Pate / die Patin:

  • Urkunde mit Foto und Angaben zum ausgewählten Patenkind Baum
  • 1 Exemplar des Baumführers (Buch)
  • Einladung zur Buchvernissage
  • Eintrag im Verzeichnis der Baumpatenschaften auf der Homepage der Regiun Surselva
  • Einladung zu organisierten Führungen

Nach ersten Schätzungen aufgrund einer vorläufigen Zusammenstellung könnten etwa 150 bemerkenswerte Baumindividuen zur Auswahl zur Verfügung gestellt werden. Dies erfolgt in Absprache mit den Baumeigentümern (vorwiegend Gemeinden, auch einige Privatpersonen).

Die Urkunde gibt Auskunft über die Höhe und Dicke des Baumes. Sie enthält Hinweise zum Standort, zur Verbreitung der Baumart, zur Bewirtschaftung und allenfalls zur lokalen Bedeutung des Baumes.

Vereinbarungen

Säulenfichte Cresta
Föhre Rasadues Schlans

Die Erhaltung der einzelnen Bäume bis zu ihrem natürlichen Zerfall dürfte im allgemeinen keine erheblichen Schwierigkeiten bereiten. An exponierten Stellen haben jedoch Sicherheitsaspekte Vorrang.

Wenn sich ein Waldeigentümer bereit erklärt, ausgewählte Bäume bewusst und mit einem besonderen Augenmerk zu erhalten, dann dient dies in erster Linie der Sensibilisierung gegenüber Naturwerten und dem Bekenntnis, wenn auch symbolisch, in bescheidenem Rahmen zur Erhaltung der Biodiversität in einem sich unsicher verändernden klimatischen Umfeld beizutragen.

Der Pate übernimmt die ideelle Patenschaft eines Baumes und trägt damit zur Sensibilisierung bei.

Der Baumbesitzer (meistens die Gemeinde) erklärt sich bereit, auf die Nutzung des Baumes bis zu seinem natürlichen Zerfall zu verzichten. Wenn die Gemeinde selber Baumbesitzerin ist, erfolgt dies – je nach Kompetenzen innerhalb der Gemeinde – durch Beschluss der Gemeindeversammlung, des Gemeinderates oder des Gemeindevorstandes.

Zwischen dem Baumbesitzer und der Regiun Surselva wird eine Vereinbarung abgeschlossen. Damit rechtfertigt sich die Regiun Surselva gegenüber der Patenschaft, welche den Betrag in den Regionalfonds einzahlt.

Der Baumbesitzer erhält eine Abgeltung von Fr. 500.-. Diese beinhaltet auch die Entschädigung für den Holzwert des Baumes (erntekostenfreier Erlös), fallweise die Anbringung einer kleinen Tafel und Kontrollen im Rahmen der Aufgaben des Forstdienstes.

Habitatbäume

Kandelaberfichte Cuflons

Der Kanton Graubünden verfügt über Konzepte für Naturwaldreservate, Sonderwaldreservate und Altholzinseln. Diese werden auch in der Surselva umgesetzt. Sie bezwecken die Erhaltung und Förderung der Biodiversität sowie der landschaftlichen Vielfalt.

Die ausgewählten bemerkenswerten Bäume und Baumgruppen ergänzen diese Zielsetzungen. Die ökologisch wertvollen Habitatbäume bilden als Trittsteine ein zusätzliches Vernetzungselement und dienen so der Verbreitung der Organismen.

Einerseits können Patenbäume für den Forstbetrieb eine Motivation und ein Ansporn sein, weitere Habitatbäume auszuscheiden. Andererseits ist es erwünscht, im Wald solche Habitatbäume über ihr Lebensende hinaus bis zu ihrem natürlichen Zerfall am Ort zu belassen. Dadurch können spezifische Lebensräume für Arten, die von Holz und namentlich von Totholz abhängig sind, erhalten und gefördert werden.

Unterstützung regionaler Projekte zu Natur und Kultur

Mit dem Erlös aus den Baumpatenschaften wird der Regionalfonds für Natur und Kultur aufgestockt.

Regionalfonds

Der Fonds dient der Restfinanzierung oder der Anschubfinanzierung von Projekten von regionaler Bedeutung in den Bereichen Natur und Kultur.


Beispiele von Projekten:

  • kleine Infrastrukturprojekte örtlicher Organisationen, Vereinigungen, Museen etc., mit historischem und kulturellem Hintergrund
  • spezielle Ausstellungen von regionaler Bedeutung und nationaler Ausstrahlung
  • Aufwertung von Natur- und Kulturlandschaften
  • Biotoppflege
  • Veranstaltungen
  • Buchprojekte (z.B. Baumführer)

Der Regionalfonds wurde bisher durch Beiträge über das Investitionshilfegesetz sichergestellt.

Neu wird dieser Fonds durch Einnahmen aus den Baumpatenschaften sowie durch andere allgemeine und zweckgebundene Beiträge geäufnet.

Der Regionalfonds Surselva wird durch die Regiun Surselva verwaltet.

Ökosponsoring

Über die Baumpatenschaften werden durch Unternehmen, Stiftungen und Einzelpersonen finanzielle Mittel für Massnahmen im Sinne des Regionalfonds für Natur und Kultur bereitgestellt. Dadurch können direkte oder indirekte positive Wirkungen auf die Unternehmenskultur und –kommunikation herbeigeführt werden.

Bei konkreten, für ein bestimmtes Projekt zweckgebundenen Gegenleistungen der Regiun Surselva bedarf es einer gegenseitigen Vereinbarung.

Eine integrale Betrachtung zeigt den Nutzen für die beteiligten Partner.

Begründung

Verbindungslinie(n)

Hauptmotiv

Bezüge abgeleitet aus:

ethisch

Verantwortung

Übernahme einer Verpflichtung für ökologische Fragen

Unternehmensethik, Gesinnungsethik, Verantwortungsethik

kommunikativ

Zielgruppen

Suche nach Dialogformen mit Umweltzielgruppen

Bedarf des Unternehmens an Kommunikation und Umweltberatung

sachlich

Produkt

direkt

Vermeidung von produktbedingten Umweltproblemen

Verursachung von Umweltproblemen durch angebotene Produkte

indirekt

Schutz von Natur und Umwelt als Voraussetzung für Produkte

Bedarf an natürlichen Rohstoffen, z.B. Wasser

Know-how

Bereitstellung von Know-how zur Lösung ökologischer Probleme

Potenzial des Unternehmens zur Problemlösung

Region

Dokumentation der Verpflichtung für die Region

regionaler Bedarf zur Lösung ökologischer Aufgaben

Image

Verstärkung bereits vorhandener ökologischer Imagemerkmale

Merkmale der ökologischen Positionierung des Unternehmens

Quelle: Rolke et al. (1994), SZF 3/2011: 46-50

Die Regiun Surselva leitet als Verwalterin des Regionalfonds in der Regel keine eigenen Projekte. Sie fungiert vielmehr als Vermittlerin zu unterstützungswürdigen Vorhaben, deren Finanzierung schwierig ist, in Form von Beiträgen zur Initiierung (z.B. Vorstudie) oder zur Deckung von Restkosten.

Zweckgebundene Vereinbarungen stellen deshalb eine Ausnahme dar. Sie werden nur abgeschlossen, wenn sich die (Geschäfts)tätigkeit des Sponsors mit dem zu fördernden Projekt ökologisch, kulturell und gesellschaftlich vereinbaren lässt.

Baumführer

Ein reich illustriertes Begleitbuch erzählt über die Entstehung der Wälder (Waldgeschichte, Einwanderung der Baumarten nach der letzten Eiszeit), die Geschichte der Nutzung von Wald und Landschaft (Besiedelungs- und Landnutzungsgeschichte, Forstgeschichte). Ein ausführliches Kapitel widmet sich der Biodiversität, auch der genetischen und phänologische Vielfalt innerhalb einzelner Baumarten, sowie der Bedeutung von Biodiversität im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Ausgewählte Wälder und bemerkenswerte Bäume werden dokumentiert und porträtiert und auf Übersichtskarten dargestellt.

Auf ausgewählten Wanderrouten können die Naturwunder besucht und erlebt werden.

Die Finanzierung des Buches erfolgt unabhängig von den Baumpatenschaften. Sie ist erst zum Teil sichergestellt. Mitbeteiligung weiterer Institutionen und von Privatpersonen ist sehr willkommen. Der Regionalfonds hat einen Beitrag zur Restfinanzierung in der üblichen Grössenordnung in Aussicht gestellt.

Geführte Wanderungen

Anlässlich organisierter Führungen erfahren Gäste, Wanderer, Paten, Sponsoren, Bevölkerung mehr über die Patenbäume, die umliegenden Wälder, die Waldgeschichte, die Forstgeschichte, die Vernetzung von Naturelementen, Projekte zu Natur und Kultur.

Die Führungen werden ausgeschrieben und von Fachleuten und Wanderleitern durchgeführt.

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