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Linde am Jörgenberg

Die achtstämmige Sommerlinde bei der Ruine Jörgenberg (Munt Sogn Gieri) verleiht der Umgebung einen besonderen Akzent. Sie befindet sich am Rand einer flachen Wiese, die noch extensiv von Schafen beweidet wird, jetzt aber allmählich dem Adlerfarn anheimfällt.

Die prachtvolle Linde steht auf einem Felsblock aus Verrucano-Gestein. Sie ist 32.1 m hoch. Die einzelnen Stämme sind aus Stockausschlägen entstanden. Sie haben Durchmesser von 30 bis 70 cm (in Brusthöhe). Alle Stämme zusammen weisen den beachtlichen Umfang von 7.62 m auf, was umgerechnet einem Durchmesser (in Brusthöhe) von 2.43 m entspricht.

An derselben Stelle stand wohl einst eine stattliche, breitkronige Linde. Diese wurde entweder aus Sicherheitsgründen gefällt oder ist altersbedingt dem Sturm zum Opfer gefallen. Sie durfte sich gegenüber den gigantischen Linden in Deutschland oder einzelnen dicken Bäumen im Mittelland wohl sehen las-sen.

Mit der Linde wurde noch bis in die Neuzeit ein vielfältiger Kult betrieben. Als Symbol von Geborgenheit und Wohlstand wurde sie überall neben Kirchen und Kapellen oder zu zweit als Tor zu Klöstern, Schlössern und Burgen ge-pflanzt.

In Dörfern und Städten war die Linde der Treffpunkt, unter dem öffentliche Be-kanntmachungen stattfanden.

Schicksalsbestimmend war die Linde auch als Gerichtsbaum. Unter der Linde war der Ort, wo man sich bei Uneinigkeiten traf. Sie galt ebenso als Pranger- und Galgenbaum.

Der geschichtsträchtige Ort der Ruine Jörgenberg – einst der grössten Burgan-lage der Surselva – hat noch nicht alle seine Geheimnisse preisgegeben. Er steht unter Denkmalschutz.

Pate:

Palatini AG, Trun

Herzlichen Dank!